Montag, 31. Dezember 2007

(Nass)Kalte Füsse

Heute morgen hatten wir viel Ruhe, auf der To-Do-Liste stand lediglich Auffrischung des Kühlschrank-Inhaltes. Gegen 10:30 Uhr, noch bei der ersten Tasse Kaffee, klingelt das Telefon. "Verehrte Frau Nachbarin, Ihr Haus rauscht."

Wunderwaffe ist immer über Handy zu erreichen. Nur heute nicht. Seine Mail-Box ist auch voll. Herrn Architekt hinterlassen wir eine Nachricht. Und nu? Wider besseren Wissens begeben wir uns zum Tatort. Dort rauscht es in der Tat - aus der Toilette im EG gegen die Decke auf den Fußboden des Wohnzimmers. Im Keller und der Garage darunter plätschert es, das Tropfen in der Küche bahnt sich den Weg in den Gewölbekeller. Während Bau(m)herrin rat- und hilflos die Naturgewalten studiert, kommt ein älterer Herr zur Hilfe. Deponiert seine Einkaufstüte außerhalb des Hauses (trocken) und wir begeben uns auf die Suche nach dem Haupthahn. Im Gewölbekeller verlassen uns die guten Geister - mangels Taschenlampe. Die beiden Feuerzeuge lassen erahnen, dass sich der Haupthahn an der Außenwand befindet. Ein Blick auf die Elektrik lässt uns beide aus dem Keller huschen. Der Herr wünscht noch alles Gute, mir fällt die Handynummer eines Bekannten ein - der ist Sanitärer. Und er geht ran! Und er ist in der Nähe! Muss zu einem Notfall... nicht unserem...

Das Rauschen im Hintergrund lässt sein Herz erweichen, er kommt gleich vorbei. In der Zwischenzeit stellt ein junger Herr seine Einkaufstüte an die selbe trockene Stelle wie zuvor der ältere hilfsbereite Herr. Er deaktiviert die Sicherungen im EG, aber wo sind die im Keller? Er hat keine Gummisohlen, angesichts der Stromleitungen im steigenden Wasserfall kapituliert er und wünscht uns ein gutes Neues Jahr. Wir sind ihm dankbar, dass er kein Risiko eingeht.

Jetzt kommt der Handwerkerwagen - Licht am rauschenden Horizont. Die ersten Worte: "Ach Du Sch... ". Aber sie haben eine Lampe und hohe Gummistiefel. Aus dem Keller klingt weiter "Ach Du liebe Sch...", Bau(m)herrin steht vor der Toilettenfontaine, die Zeit scheint stehenzubleiben. Da, endlich, sie wird kleiner. Kein Rauschen mehr im EG.

Aber ein deutlich andauerndes Plätschern im Keller. Was ist das? Nur das Wasser, das aus EG durch die Decke in den Keller plätschert. Die beiden Helden lassen jetzt noch die Heizung aus und müssen weiter - zum ursprünglichen Notfall.

Bilanz: Gewölbekeller bis zum Anschlag voll. Das ist nicht weiter tragisch. Schlimmer ist der Kellerraum, der an den Neubau grenzt. Zwar fließt das Wasser sichtbar in Richtung Garagenabfluss, aber nur langsam. Und leider auch sichtbar Richtung Neubau-UG. Rüüchddügg - jenes UG, das wir dieses Jahr endlich trocken gelegt hatten. Ein Gummilippen-Schieber wäre sinnvoll. Wo her bekommen?

Bau(m)herrin hat inzwischen wieder Gefühl in den inzwischen wieder trockenen Füßen und nur noch gelegentlich überfallen uns Kälteschauer. Nachwuchs und Putzfee empfahlen eine warme Dusche. Warum nur will dieser Vorschlag nicht fruchten? Dusche -> Wasser. Nee, lieber nicht. Herr Architekt hat sich auch gemeldet, will nach Wunderwaffe und unserer Pumpe forschen. Wir haben eine Pumpe, definitiv. Nur wo?

Wir sollten das Wasser aus dem Kellerraum bekommen. Und wissen, wo wir zuvor den Strom im Keller abdrehen.

Liebe Silvestergrüße an die geneigte Leserschaft und - ach ja - Frohes Neues Jahr!

Kommentare:

Rttgbes. hat gesagt…

Danke, gleichfalls :-)
Und dass es gut trocknet.

Hausschuhexperte hat gesagt…

Hallo,
ich habe ein ähnliches Erlebnis gehabt, allerdings unter dem Dach. Alle Stockwerke wurden gewässert, so dass es 3 Monate gedauert hat, bis das Haus wieder trocken war. 5.000 DM Strom hat die Trocknung gekostet und anhand des Preises läßt sich feststellen, dass mein Fall schon 8 Jahre zurückliegt. Wenn man bedenkt, dass dies bei uns nicht mehr vorgekommen ist, kann ich also nur Hoffnung verbreiten.