Sonntag, 20. Mai 2007

Symbolik

Die verehrte Leserschaft möge entschuldigen, dass wir uns in letzter Zeit zurückgehalten haben. Bald wird es wieder lebhafter hier. In der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass der Balken vor der Eingangstür vom Hausbock befallen war, was auf Feuchtigkeit zurückzuführen ist. Akute Bedrohung durch das Viech gibt es nicht, der Balken kann ersetzt werden.

Der kleinere Holzwurm hat an der Kellertreppe ein Stück 'vermorscht', auch das kann ohne großen Aufwand ersetzt werden.

Die Schlacke könnte in der Tat strahlen. Susi und Pu haben bereits den Rat des Experten vorweg genommen - am besten da lassen, wo sie ist. Sollte sie wirklich strahlen, wird das ganze Haus verstrahlt, wenn wir sie entfernen. Also besser Deckel drauf lassen ;-)

Die Blutläuse im Apfelbaum sind ein Schwächeschädling oder so ähnlich. Will heißen, sie befallen nur geschwächte Pflanzen. Im Falle unseres Apfelbaums leicht nachvollziehbar. Sie sollten durch Spritzen bekämpft werden, denn sie können Obstbaum-Krebs verursachen, der wiederum die anderen Bäume befallen könnte.

Mit dieser neu gewonnenen Klarheit an der Schädlingsfront können wir uns hoffentlich bald der konstruktiven Zukunft zuwenden.

Bau(m)stellenbericht und Tatort-Bilder werden folgen. Für dieses Post nur ein Bild, das unsere aktuelle Situation symbolisiert.

Was macht man mit 12,8 Megapixeln, neun AF-Haupt- und sechs AF-Hilfsfeldern? Man schraubt ein manuelles Objektiv davor, betet, dass die vielen Kontakte das überleben und stellt das manuelle Belichtungsprogramm ein. Ruft sich die alten Agfa-Belichtungstabellen in Erinnerung (Mai -> Mittagszeit -> trüb), stellt auf Blende 8, fokussiert durch Drehen am Objektiv, öffnet die Blende auf 4 und knipst. Et voilà:



Aus Neu mach Alt. In unserem Häusles-Fall werden wir das von-hinten-durch-die-Brust-ins-Auge-Verfahren aussparen und die Patina dort lassen, wo sie über 70 Jahre entstanden ist. Auch wenn es teurer ist, als alles neu zu machen.

Samstag, 12. Mai 2007

Stegmaterial

Leider gibt es kein größeres Bild. Bei einem Wintergartenhersteller fielen uns aus gegebenem Anlass Steg und Dach in's Auge:



Was das für eine Konstruktion sein mag?

Fenster -> für Meisterarchitekt

Das mutmaßliche Fenster heißt Royal S 75BS.HI und hier hoffentlich das Referenzobjekt mit Innen- und Außenansichten.

Die hochwärmegedämmte Profilserie Royal S 75BS.HI steht für schmale Blockfenster, bei denen der Blendrahmen den gesamten Flügelrahmen überdeckt. Von außen ergibt sich damit ein homogenes Fassadenbild ohne erkennbare Öffnungselemente - bei äußeren Ansichtsbreiten von 80mm.

Royal S 70BS haben dasselbe System mit einer äußeren Ansichtsbreite von 66mm. Wenn man diese Ansichtbreite mit vernünftiger Wärmedämmung will, muss man die neuen innovativen Schaum-Verbund-Isolierstege nehmen, das heißt dann Royal S70BS.HI.

Die AWS-Fenster mit BS haben Ansichtsbreiten von 89mm + sehr schmale Ansichten ab 67mm ???

Wenn ich es richtig verstehe, hat das Blockfenster von Raico eine optische Ansichtsbreite außen und innen von 50mm. Ist das alles mit oder ohne Rahmen? Beim Riegelstangenbeschlag für stanzbare Flügelbearbeitung steige ich für heute morgen aus. Wörterbuch-Überlauf bzw. Information Overload.

Stattdessen Fenster eines Objektes, von denen ich mich frage, wie die gemacht sind. Leider trickst mich Flashplayer aus, deshalb bitte hier klicken, dann auf Projekte -> Wohnen -> Wohnhaus Taubenweg.

Freitag, 11. Mai 2007

Schlacke -> Problematik

Das Umweltverhalten von Schlacken wird i. d. R. mit Hilfe von Eluattests untersucht. Insbesondere bei der Ablagerung (Schlackedeponie) oder baulicher Verwendung z.B. von Müllverbrennungsschlacke im Straßenbau hat sich gezeigt, dass das Langzeitverhalten unter den Realbedingungen der Atmosphärilien mit den gängigen Eluattests nach dem Regelwerk der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) nicht hinreichend beurteilt werden kann.
Aha...

Freisetzungsraten von Radon, die höhere Konzentrationen im Raum zur Folge haben können, wurden in Deutschland vereinzelt an Rückständen der Verbrennung von Kohlen mit erhöhter Uran-/Radiumkonzentration (früher unter der Bezeichnung "Kohleschlacke" regional als Füllung von Geschossdecken verwendet) und in Ausnahmefällen an Natursteinen mit erhöhten spezifischen Aktivitäten des Radium-226 gemessen. Erhöhte Radonkonzentrationen in Häusern aus Mansfelder Kupferschlacke wurden trotz der vergleichsweise hohen spezifischen Aktivität des Radium-226 in diesem Material nicht ermittelt. In einigen Ländern wurden höhere Radonkonzentrationen in Häusern festgestellt, in denen so genannte Chemiegipse (Rückstände der Phosphoritverarbeitung) und auch bei Leichtbetonen festgestellt, die unter Verwendung von Alaunschiefer hergestellt wurden. Vereinzelt findet man auch überdurchschnittliche Radonkonzentrationen in den traditionellen Gebieten des Bergbaus, wenn Abraum oder Reststoffe der Erzverarbeitung mit erhöhter Radiumkonzentration als Baumaterial, als Beton- oder Mörtelzuschlagstoff sowie zur Fundamentierung bzw. Hinterfüllung beim Hausbau verwendet wurden.

Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden in Deutschland keine Materialien zu Bauzwecken verwendet, die infolge erhöhter Thoriumkonzentrationen zu aus der Sicht des Strahlenschutzes relevanten Expositionen durch Radon-220 (Thoron) und seine Zerfallsprodukte in Räumen führen könnten.

In einigen Rückständen aus industriellen Prozessen reichern sich die natürlichen radioaktiven Stoffe an. Bei Verwendung dieser Rückstände, z. B. ihrem Einsatz als Sekundärrohstoff im Bauwesen, sind erhöhte Strahlenexpositionen der Bevölkerung nicht auszuschließen. Um dies zu vermeiden, werden im Teil A der Anlage XII der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) [1] die Rückstände genannt, bei deren Verwertung oder Deponierung Gesichtspunkte des Strahlenschutzes beachtet werden sollten. Durch die ebenfalls in Anlage XII der StrlSchV festgelegten Überwachungsgrenzen für die Verwertung dieser Materialien wird gesichert, dass der für Einzelpersonen der Bevölkerung geltende Richtwert der effektiven Dosis von 1 mSv pro Jahr nicht überschritten wird.

Soso.

Laut kernchemie.pdf ändert sich die Strahlenexposition in Wohnungen im Vergleich zu der im Freien (in Abhängigkeit vom verwendeten Baustoff) bei Schlackenstein um +47%. Bei Bimsstein um +50%, bei Holz um -4%.

Endlich mal etwas, das ich annhähernd verstehe. Wir nehmen viel Holz, dann ist das wenig Schlacke wieder ausgeglichen. Oder so...

Mittwoch, 9. Mai 2007

Schädlings-Update

So, Herr Entensammler ließ uns ausrichten, dass wir stolze Pfleger folgender Biotops-Artenvielfalt sind:
  • Blutmilben. ?Ne, das müssen Blutläuse sein - Milben sitzen auf Schlangen, Hühnern und Geckos. Das haben wir (noch) nicht
  • Apfelbaumgespinstmotten
  • Kleiner Frostspanner
Alles nicht sonderlich bedrohlich. Wegen Ameisen und Holzwurm will Herr Holzexperte vorbei kommen. Herr Entensammler hat ihm den eingesammelten Käfer nicht gezeigt, aber versichert, das sei etwas anderes.

Inzwischen ist das Holzfensterbrett abgelöst und zeigt keine Befallspuren. Dafür ist im EG vor der Haustüre ein reichlich zerstörter Balken zu Tage getreten. Der Mikado-Riese vermutet, dass dieser Balken schon lange zerstört wurde und ein neuer (unbeschädigter) daneben ihn ersetzen soll.

Im Dachstock waren die Ameisen gestern weniger aktiv (liegt vielleicht am Regen?), doch wir haben erneut festgestellt, dass sie in Löchern und Ritzen einer Querlatte verschwinden. Sollte keiner Einwände haben, werden am Freitag die entsprechenden Dachziegel entfernt um der Spur weiter zu folgen.

Das Kind hat diese Woche einen Prospekt von WWF mitgebracht und ist dem Jugendclub des Vereins beigetreten. Das dazu gehörende Mitagessens-Gespräch:

"Schau mal, die süßen Gorillas. Von denen gibt es nur noch 200 Stück."
"Guckst Du die Küche von XY an, da findest Du das dazu passende Zebrano."
"Und vom sibirischen Tiger gab es vor kurzem nur noch 45, jetzt sind es wieder 450."
"Guckst Du bei Nachbar, das ist sibirische Lärche."

Resultat: eine Waldrettungsmitgliedschaft für 24 Euro im Jahr und striktes Verbot, entsprechendes Holz zu kaufen. Ja, ich kenne die Einwände, und wenn wir uns weiter im Umweltkreis drehen, gibt es nur ein ehrliches Fazit: uns und unsere Mitmenschen umbringen. Aber angesichts maximal 7.500 in freier Wildnis lebender Tiger weltweit und eines kurzen Google-Trips nach Borneo /Java/Sumatra wollte ich einfach nicht mehr. Neben den Tigern und Orang-Utans werden dort Menschen umgebracht, die sich gegen die Holzwirtschaft wehren. Das passiert im Tessin garantiert nicht.

Dienstag, 8. Mai 2007

Frage zum Entwurf

Da unser UG sich erfreulich erholt (wir waren nach den Regenschauern noch nicht dort), beschäftigen wir uns intensiver mit den Plänen. Wenn wir Variante II bevorzugen, was bis jetzt der Fall ist, könnte man dann nicht den Raum der jetzigen Toilette besser nutzen?


Ich habe die zur Debatte stehenden Mauern rot (bevorzugt wegmachen wegen Fenster), orange (ginge auch) und türkis (neu, natürlich mit Türe) eingezeichnet.

Architektur vor Ort

Seit über 8 Jahren leben wir inzwischen in unserem Mietdorf und haben Gelegenheit, die Architektur vor Ort zu beobachten. Als im Dorfzentrum eine gesamte Anlage durch Sanierung/Neubau entstand, waren wir zunächst sehr angetan. Fasziniert waren wir vom Wohn-Bürohaus der Architekten, das sie sich an eine Wendeplatte gebaut haben. Inzwischen - fünf Jahre später - gefällt uns das Gebäude nicht mehr so gut. Zum einen hat man nichts von großen Fensterflächen, wenn das ganze Jahr über die Jalousien unten sind. Dann hat das Holz (hier nicht sichtbar die komplett holzverkleidete Wand auf der linken Seite) inzwischen durch die Vergrauung deutlich an Charme verloren. Wenn man den Fußweg links entlang läuft, hat man den Eindruck, das Haus sei heruntergekommen. Bitte nicht falsch verstehen: ich kenne Holz, das vergraut und immer noch ästhetisch ansprechend bleibt. Ich weiß nicht, woran es liegt, hier ist das nicht der Fall. Mit der Kombination dunkles Holz/heruntergelassene Jalousien hat das Haus an ursprünglicher Großzügigkeit verloren - es wirkt eng und unbehaglich.



Keine Ahnung, ob das der Grund dafür ist, dass der Rest der Wendeplatte fast ausschließlich vom Dorf-Konkurrenten gebaut wurde. Seine Arbeiten kennen wir inzwischen sehr gut. Seit ca 4 Jahren steht hinter uns ein Haus von ihm. Auch dort wurde Holz eingesetzt, aber in Metall gefasst und auf bestimmte Flächen konzentriert. Ein weiteres ca 10 Jahre altes haben wir letzten Sommer mit ihm zusammen angesehen. Dort gab es einige 'Kinderkrankheiten', von denen er selbst sagt, er würde sie heute nicht mehr machen. Andere uns störende Punkte hatte der Bauherr zu verantworten.

Da Freunde von uns an der Wendeplatte mit ihm bauen, komme ich gelegentlich dort vorbei. Dabei sticht immer wieder ein anderes Haus von ihm in's Auge., es heißt bei uns inzwischen das "Graue Haus". Hier die Westseite:


Am Ostgiebel erkennt man besser die eigenwillige Dachgestaltung, auf der Obstbaumwiese wird eines Tages eine zweite Doppelhaushälfte stehen:



Wir wissen nicht, ob Wendeplatten-Meister sich dessen Planung schon gesichert hat, aber irgendwie wird er schon dafür gesorgt haben, dass der Durchgang nicht von anderer Seite zugemauert wird:


Vermutlich kommt da noch Glas rein? Ebenso wie in die Öffnung auf der Westseite:


Insgesamt gefällt uns an diesem Architekten immer wieder, wie er es schafft, die Gestaltung der Außenbereiche mit den Häusern zu verbinden. Wie z.B. diese schräg an Grundstücksgrenze gesetzte Fahrradbox...



... auch wenn sie inzwischen so aussieht:


Ebenso ist es dem Holz dieses Stegs ergangen, der uns dennoch nach wie vor gefällt:


Ganz anders sieht die Holzfassade bei Bekannten aus, die das Siedlungshäusle vor ca 6 Jahren ohne Architekt sanierten:


Der Bauherr ist Ingenieur und legt uns ans Herz, noch einmal über das Thema Außendämmung nachzudenken. Die erhöhte Natursteinterasse ist zugewachsen, aber bleiben wir bei dem Thema. Ein paar Straßen weiter noch ein grauer Doppelhaus-Neubau, von unbekanntem Architekten. Insgesamt wirkt es auf uns unruhig und wieder kommt angesichts des verzinkten Stahls die Erinnerung an Fingernägel auf Tafelflächen hoch *schauder*.


Aber sehen wir uns die Terassen an - beide erhöht. Links hat sich für Naturstein entschieden.

Rechts für eine aufgeständerte Terasse mit Holzstapel und Kies darunter.

Wozu der 'aufgehängte' Steg dient, verstehen wir nicht. Spontan fällt uns 'Zugbrücke' dazu ein und wir denken an den Glassteg. ;-)

Kehren wir nochmal zurück zu Herrn Wendeplatten-Meister. Eine ähnliche Grundstück-Situation hatte er in unserer wendeplattenlosen Straße zu lösen und eine massive Garage dort hingesetzt. Aus persönlichen Gründen war es nicht möglich, die Situation großzügiger zu fotografieren. Auf uns jedenfalls wirkt diese Situation ruhiger und damit verbunden großzügiger. Nur das Garagentor ist nicht unser Fall.

Abschließend noch ein Haus, das trotz Abseitslage im ganzen Dorf bekannt ist. Architekt unbekannt.

Schon im Rohbau sah man, dass da etwas Besonderes entsteht. Seither rätseln wir, was genau das Besondere ist. Erst am Rechner fällt mir auf, dass die Fenstergestaltung des Eckfensters etwas... sagen wir seltsam ist.


So - das war die gestrige Rundfahrt. Die Qualität der Bilder leidet an protestierendem Kind, das mit ihm Auto saß. "Mama, Du kannst doch nicht einfach fremde Häuser fotografieren, das ist verboten!" Nachdem Mama sich dadurch nicht erweichen ließ, ersann Kind eine neue Strategie "Achtung, da kommt ein Auto!"