Montag, 16. April 2007

Versicherungstechnisches Hoppala

Auch wenn die Grundstücke/Gebäude jetzt in einem Grundbuch stehen, werden sie versicherungstechnisch als 2 getrennte Einheiten behandelt. Vier Wochen nach Erwerb haben wir ein Sonderkündigungsrecht. Wann eine Versicherung den Erwerb als Erwerb sieht, wissen wir nicht.

Egal, wir wollen kündigen, aber zwei Versicherungen erst zum 1.1.2008, weil die Verkäufer für die bereits gezahlte Versicherung keine Rückerstattung erhalten.

Die Versicherungsdame schickt uns drei Kündigungsschreiben:
  • Versicherung A
    • 2 Haftpflicht Altbau
    • Leitungswasser Altbau
    • Hausrat Altbau
      • kündigen auf 1.1.2008
  • Versicherung B
    • Gebäudeversicherungen Alt- und Neubau
      • kündigen auf 1.1.2008
  • Versicherung A
    • 2 mal Haftpflicht Neubau
    • Leitungswasser Neubau
      • kündigen sofort
???

=> Haftpflicht sind jeweils Hausbesitzer- und Heizöltankhaftpflicht.
=> Die Neubauversicherungen bei Versicherung A sollten auch auf 1.1.2008 gekündigt werden, wir erhalten ein neues Kündigungsschreiben.

Sobald die Budgetberechnung steht, wenden wir uns wegen Angebot für Bauherrenhaftpflicht nochmals an die Versicherungs-Dame. Bis dahin sind wir gespannt, was wir wann an welche Versicherung zu zahlen haben.

Notarielles Aha

Freitag kam eine Kostenrechnung des Notariats mit Kopie des Grundbuchs. Darin irritierte die Formulierung:

"Ohne Eigentumsänderung hier eingetragen."

Ein Telefonat mit der zuständigen Sachbearbeiterin brachte folgendes Licht ins Dunkel:

  • die beiden Grundstücke und Gebäude standen in zwei verschiedenen Grundbüchern
  • der Neubau wurde "ohne Eigentumsänderung" in das Grundbuch des Altbaus übertragen
  • die Grundschulden für die Banken wurden eingetragen, diese erhielten Abschriften
  • wir sind offensichtlich noch nicht unbedenklich genug, um als Neueigentümer eingetragen zu werden.
Damit wir in drei Wochen das alles noch verstehen, wird es im Tagebuch festgehalten.

Aus gegebenem Anlass - Offtopic

Aufgrund unserer politischen Vergangenheit erreichen uns Anrufe und Mails zur Oettinger-Filbinger-Frage. Etwas missgestimmt bezeichneten wir den Medienhype als das, was er ist: ein Zirkus mit wenig Erkenntnisgewinn. Gut fanden wir die Aussage des Grünen-Fraktionsführers im baden-württembergischen Landtags, Kretschmann: "Das müssen Historiker klären." Da auch Kretschmann inzwischen eifrig brüllt, wollen wir seiner Forderung im Stillen nachgehen und einen renommierten, von uns sehr geschätzten Historiker zu Wort kommen lassen:

Als im Sommer 1978 die Hetze gegen Hans Filbinger losging, wußte ich nicht viel von ihm: nur, daß er in Baden-Württemberg ein erfolgreicher, allgemein beliebter Regierungschef war, welcher der Union in Stuttgart zum erstenmal eine absolute Mehrheit im Landtag verschafft hatte. Seine Vergangenheit war mir unbekannt. So, in einem Interview, sprach ich über seinen "Fall" etwas kümmerlich: er habe damals als Marine-Richter gehandelt "unter einem Druck und in einer Gefühlslage, welche die, die damals noch gar nicht geboren waren, sich schwer vorstellen können. Filbinger hatte in den folgenden Jahrzehnten Gelegenheit gehabt, sich zu entwickeln, freiere Horizonte in sich aufzunehmen und so, glaube ich, dem Land zu nützen. Er hat der Demokratie Gutes getan." Dergleichen genügt mir heute keineswegs. Zum Beispiel brauchte Filbinger keine "freieren Horizonte" in sich aufzunehmen, denn er war niemals ein Anhänger Adolf Hitlers gewesen. Als Jura Student hatte er in Freiburg dem Kreis der Professoren Böhm und Eukken angehört, Anhängern eines freiheitlichen Rechtsstaates und freien Marktes, was den Machthabern wohlbekannt war; sie bewegten sich auf einer gefährlichen Grenze.

Ferner - gehörte er dem katholischen Bund "Neudeutschland" an, der ebenfalls als "politisch unzuverlässig" galt. Um freie Luft zu atmen, reiste er im Herbst 1938 mit den erlaubten zehn Reichsmark in der Tasche nach Paris und fand dort tatsächlich Arbeit, neben der er auch noch Rechtsstudien betreiben konnte; erst das offenbare Herannahen des Krieges trieb ihn nach Deutschland zurück, nun Doktor beider Rechte; er wünschte das Schicksal, das zum Beispiel ich in französischen Internierungslagern erfuhr, nicht zu teilen, ein sehr begreiflicher Entschluß. Im Jahre 40 zur Marine eingezogen, nach drei Jahren Dienst Unteroffizier, meldete er sich für die U-Boot-Waffe.

Aber man entgeht seinem Schicksal nicht. Als Jurist wurde er für die Marine-Justiz gebraucht und in Norwegen eingesetzt, wie sehr er sich auch dagegen wehrte. In seinem Amt, einmal des Richters, einmal des Anklägers, verhielt er sich so human, wie er irgend durfte. Einigen, ohne sein Zutun, zum Tode Verurteilten, gelang es ihm, mit unendlicher Mühe, das Leben zu retten; dem katholischen Marine-Pfärrer Möbius, dem bayerischen Oberleutnant Forstmeier und anderen mehr diese Seiten sind besonders fesselnd und angenehm zu lesen. Im Fall des verurteilten Matrosen Groger, einem vierzehnmal vorbestraften Deserteur, war die Rettung von vornherein unmöglich: seine Verurteilung in einem ersten Prozeß, zu acht Jahren Gefängnis, wurde von dem Chef der Flotte im Norden kassiert. Die Todesstrafe, so sah es der Verteidiger, stand fest, ehe Filbinger überhaupt in Erscheinung trat; dieser, so berichtete eben der Verteidiger später, spielte während des Prozesses nur noch die Rolle eines Statisten, weswegen er, der Verteidiger, ihn denn auch völlig vergessen hatte.

Es war aber eben dieser Fall, den Rolf Hochhuth 33 Jahre später aufgriff. Warum? Auf diese Frage antwortete ich in jenem Interview: "Das weiß ich nicht. Ich weiß zum Beispiel nicht, ob Herr Hochhuth auf eigene Faust gehandelt hat, ob er die Liste deutscher Politiker durchging, biographische Fakten studierte und sich dann für die Akten eines Marinerichters entschloß - oder, ob er Winke von anderswoher erhalten hat."

Diese Frage stellte ich auch Herrn Hochhuth im Gespräch, mit dem ich so und auch anders stehe. Auch habe ich ihn gefragt, warum er denn in seinen Dramen, der ja der Schiller seiner Zeit sein wollte, immer nur die Mißstände im Westen geißelte, sich aber einen so großartigen zeitgeschichtlichen Gegenstand wie den Aufstand der Ungarn, das Schicksal Imre Nagys oder wie den "Prager Frühling" und dessen tragisches Ende entgehen ließ? Er verstand, was ich meinte und antwortete tief gekränkt: In der Sowjetunion seien seine Werke verboten. Mag sein, mag sein ... Im Gegensatz zu Dr. Filbinger halte ich den "Stellvertreter" nach wie vor für ein sehr starkes, dramatisches Werk. Danach kamen schwächere und immer schwächere Wiederholungen, zuletzt zu dramatisiertem Journalismus herabsinkend. Hochhuths Prosa ist entschieden besser; da findet dieser Autor immer wieder Trauriges zu erzählen und tut es eindrucksvoll.

Die eindrucksvollsten, geradezu qualvoll zu lesenden Seiten des Buches sind jene, die von der meisterhaft konzentrierten Hetze gegen Filbinger handeln: vorn Fernsehen, zumal von "Panorama", von der "Zeit", vom "Spiegel", obgleich der Bruder Rudolf Augsteins, der bekannte Anwalt, ritterlich für den Verfolgten Partei nahm. Da wurden nun zum Beispiel zwei weitere Todesurteile ausgegraben, an denen Filbinger beteiligt war. Er hatte sie vergessen, was mir damals schwerfiel, ihm zu glauben. Heute glaube ich es ihm aufs Wort. Warum? Weil es sich um Urteile handelt, die gar nicht vollstreckt werden konnten, zumal die verurteilten Deserteure - einer von ihnen war obendrein ein Mörder - sich im sicheren Schweden aufhielten, welcher Staat in den letzten Kriegsmonaten sie gewiß nicht ausliefern würde. Also eine bare, hastig erledigte Formalität ohne Konsequenzen. Was Filbinger überzeugend ausführt: welche rettende Aufgabe die deutsche Kriegsmarine gerade während der letzten Monate des Krieges zu vollbringen hatte:. Millionen von Deutschen aus dem Osten, wo ihr Schicksal allemal ein arges gewesen wäre, über die Ostsee nach dem Westen zu bringen. Dafür tat Disziplin not bis zuletzt; wer sich ihr entzog, war nicht nur schuldig im Sinne des Kriegsrechts, welches auf allen Seiten galt, immer gegolten hat, also mit "Nazismus" gar nichts zu tun hatte; er wurde auch zum Verräter an seinen Mitbürgern.

Was das Kriegsrecht betrifft, auch der General Eisenhower "dieser große und gute Chef" nennt ihn Charles de Gaulle hat das Todesurteil an einem Fahnenflüchtling bestätigt. Seine erbittertsten Feinde haben das später dem Präsidenten Eisenhower nicht zum. Vorwurf gemacht. In Washington war dergleichen unvorstellbar. Warum wurde es Wirklichkeit in Stuttgart? Der Krieg, ist der Krieg- und hat dieselben uralten Grundgesetze allenthalben; darum ist es besser, man fängt ihn gleich gar nicht an.


Prof. Golo Mann in "Welt am Sonntag", 26.7.1987

Von Bautagebüchern, Fenstern und Fliesentechnik

In der Warteschleife studieren wir andere Bautagebücher - heute mit dem Schwerpunkt Fertighaus von Fingerhaus. Viele befinden sich gerade auch in der Planungs- und Wartephase. Es wird spannend, wer am Ende des Jahres wo steht.
  • Alex plant eine Dachaufstockung mit einem Fertighaus - wir sind gespannt, wie sich so etwas konkret gestaltet.
  • Katja und Jörg haben sich wie wir für eine Wärmepumpe mit Tiefenbohrung entschieden.
  • Familie Rettstatt baut auch im Schwabenländle - vielleicht schauen wir mal auf der Baustelle vorbei.
Beim Stöbern fielen uns die Fenster und Türen der Fingerhaus-Musterhäuser in's Auge, sind das etwa Alufenster?. Siehe das Centro in Hanover (immer auf den Kreis im Wohnzimmer klicken), das Contur in Marburg, und das Contur in Gründau. Im Fellbacher Finesse finden wir die Haustüre interessant.

Und noch einmal zurück zum Hanoveraner Centro. Man klicke auf Dachgeschoss und dann das Bad. Hier war jemand am Werk, der (zunächst mal) Ahnung von Fliesenverlege-Technik hatte.

Bau(m)herrin hat aus unerfindlichen Gründen seit 17 Jahren einen bekennenden Verschnittknall. Wo immer sie ihnen (den Fliesen) begegnet, bevorzugt auf der Toilette, studiert sie Ausgangspunkt, Verlegerichtung und resultierenden Verschnitt. Besonders erschütternd wurden die Studienergebnisse, als die Mode der diagonalen Verlegerichtung Einzug in die Fliesenwelt fand. Darunter leidet Bau(m)herrin seit 8 Jahren in der Neubaumietwohnung so sehr, dass sie nicht mal in Ruhe duschen kann.

Wenn wir uns also im verlinkten Bad virtuell auf die Toilette setzen, fällt leider ein Schnitzer in's Auge: die Fugen der Wandleisten haben wenig Bezug zur Bodenverlegung.

Dennoch ist aus laienhafter Bau(m)herrinnen-Erfahrung dieses Bad für deutsch-europäische Verhältnisse eine Fliesen-Meisterleistung. Unquadratische Formate sauber zentriert. Was das heißt? Die meisten Fliesenleger nehmen eine (später möglichst unsichtbare) Ecke, legen dort ihre vollständige erste Fliese und spulen dann ihr Muster ab. Am Ende der nächsten (später am meisten sichtbaren) Wand dann die Überraschung: völlig unproportionierte Stückchen Verschnitt. Im verlinkten Bad ist der Verschnitt an beiden Wandseiten gleich groß - das Muster liegt zentriert. Leider sehen wir nicht das (dicke?) Ende an der Fensterseite.

Unser Verschnitt-Knall wird uns noch vor so manche Herausforderung stellen, denn eigentlich wissen wir nicht wie, wir wissen aber ganz genau, wie nicht. Meisterarchitekt ahnt so etwas wohl schon, hat er doch gleich auf möglichst kleine, quadratisch proportionierte Fliesen plädiert. Wir glauben ihm, dass er vor allem den Fliesenleger scheut. Das haben wir nämlich schon einmal durchgegemacht, und zwar unter erschwerten Umständen. Damals hatte der Maler bereits die Wände gestrichen, das Resultat waren ein fluchender Fliesenleger, korrekt verlegte Fliesen und versaute Wände. Der Maler hinterließ im 2. Durchlauf einen Gruß an Meister Fliese, so dass der anrücken musste und erneut fluchte... Wie und wann dieser Kreislauf endete, erinnern wir nicht mehr.

Da wir dieses Mal den Bauablauf vollständig in unseren Händen haben, wird kein Maler loslegen, bevor die Fliesen verlegt sind. Der Rest wird dann ein Kinderspiel, denn wir werden ihn finden und motivieren, den Meister Fliese. Damit die Bau(m)herrinnen-Neurose endlich ein Ende findet und sie sich unter der Dusche philosophisch wertvolleren Fragen widmen kann. Ohne sich auf kleine quadratische Fliesen festlegen zu müssen.

Diagonal muss es nicht sein, aber zum Beispiel wie bei casadolcecasa


Steine



ein ähnliches Wandformat hatten wir in der alten Wohnung


fast schon Klinkeroptik...

...und hier der Favorit von Bau(m)herrschaftenkind in der Fliesenausstellung.


Samstag, 14. April 2007

Familienunternehmen

Frau X hat eine kleine Beteiligung am mittelständischen Familienunternehmen X. Offiziell ist das wenig bekannt, sie lässt sich auch selten dort blicken, nur der Chefbuchhalter kennt sie.

Vor einigen Wochen war Frau X bei einem Herrn Küchenbauer und wollte, dass Elemente Y und Z von Firma X bezogen werden.

"Aber doch nie im Leben von X, das können Sie nicht von mir verlangen!!"
"Warum denn nicht?"
"Ha, X...", kopfschüttelnd, "X, das können Sie vergessen. Die können das von vorne bis hinten nicht. Eine reine Katastrophe, wenn Sie wüssten!"

Ca. fünf Minuten lang hört sich Frau X an, was sie nicht über Firma X wusste. Als Herr Küchenbauer endlich Luft holt, ergreift sie das Wort: "Verzeihen Sie mir, dass ich mich nicht vorgestellt habe. Mein Name ist X."

Herr Küchenbauer wiederholt seinen Wortschwall im Rückwärtsgang, hat nichts davon so gemeint, wie er es gesagt hatte und überhaupt...

Abends sitzt Frau X bei Bau(m)herrschaften und fragt, wie man solche Situationen vermeiden kann. Wer stellt sich einem Verkäufer mit Namen vor? Wir kennen niemanden und raten Frau X, weiter ganz normal einkaufen zu gehen.

Das tat sie denn auch - bei Firma X. Eine Verkäuferin hatte sie in vier Beratungsgesprächen kompetent informiert, die Auswahl konzentrierte sich zunehmend auf eine Produktlinie. Gestern also wollte Frau X erfahren, mit welchem tatsächlichen Preis sie zu rechnen hatte. Die Verkäuferin starrte auf das Kundenkonto, schüttelte den Kopf - da stünde gar nichts. Frau X verwies auf die andere Abteilung, die die Konditionen problemlos aus dem Computer geholt hatten. Nein, das könne nicht sein, da stünde nichts! Frau X solle bei ihrer Tante nachfragen. Frau X mag ihre Tante, aber für diese Frage sei doch eher der Chefbuchhalter zuständig.

Widerwillig ruft die Verkäuferin bei Chefbuchhalter an. Frau X weiß nicht, was der genau gesagt hat, notiert jedoch, dass sie auf einmal einen anderen Menschen vor sich hat. Besorgt sitzt sie abends bei Bau(m)herrschaften und plagt sich mit schlechtem Gewissen. Sie wollte der Verkäuferin wirklich keinen Schreck einjagen und der Vorfall kürzlich ist längst vergessen.

Da hatten die Eltern der Verkäuferin Frau X wegen eines Einkaufs auf Personalrabatt so in's Abseits gedrängt, dass diese unberaten nach Hause ging. War nicht schlimm, denn am Tag drauf wurde sie doch noch ausführlich beraten.

Wir werden Frau X ein Schild basteln, auf dem steht: "Frau X, nicht nur Nichte von Tante X." Das kleben wir ihr auf den Rücken, dann muss sie sich nicht umständlich vorstellen sondern sich nur einmal umdrehen.

Mittwoch, 11. April 2007

Es summsebrummst

Gestern Termin mit Frau Statik. Sie ist im Stress und wäre am liebsten erst nächste Woche gekommen. Verständlich, aber wenn das alle so sehen, schaffen wir es bis 2012 nicht.

Der Azubi wollte nicht mitkommen, stattdessen kontrolliert ihr nicht-statischer Ehemann, dass sie keinen Raum übersieht. Sie besitzt etwas, das Bau(m)herrinnen-Gelüste weckt: Meisterarchitekt hat den Entwurf in die Bestandspläne eingearbeitet. Bunt: rot für zu Entfernendes, gelb für Neues. Wir wollen auch so einen bunten Plan!

Während sie sich von Neubau-UG bis in Altbau-Spitzboden durchmisst, entfernen wir Plastik- und sonstigen Müll aus dem Garten. Eine halb vergrabene Flasche stammt wohl noch vom Vorbesitzer, an der Straßenseite scheint der ein oder andere Passant unseren Garten als öffentlichen Papierkorb zu sehen. Dabei steht oben an der Wendeplatte ein ganz eindeutiger solcher.

Im Vorgarten brummt eine Hummel - seltsam angesichts der drei vorhandenen Blüten. Zwischen Zweigen und Blättern sprießt allerlei diverses Grün - die Buchen geben sich zarte Mühe. Auch im Garten entdecken wir neue Knospen - Wein und Obstbäume haben die Schnippelei verziehen und öffnen sich. Wir füllen drei Schubkarren mit dem ersten Fünftel Laub und Zweige aus Vorgarten. Bleiben noch weitere Vier Fünftel hier vorne, der gesamte Westwald und Acht Neuntel des Gartens. Macht ca. 60 Schubkarren und drei zusätzliche Komposte. Nur für das Winterlaub - wir haben noch keine Rose geschnitten oder Kaffesatz eingerechnet. Dieser Garten ist eine Aufgabe.

Auf dem entfernten grünen Monster entdecken wir die Ursache für die hartknäckige Hummel im Vorgarten. Hummeln und Bienen sumsebrummsen um die verbliebenen Löcher der Dachbefestigung. Noch beobachten wir keine obszönen Aktivitäten wie an Susis Hauswand, aber das soll kein Dauerzustand werden. Lieblings-Nachbar empfiehlt Zahnpasta. Klingt gut, nur hoffentlich bemerkt das keiner der naturliebenden Passanten. Die Vorstellung von höhenängstlicher Bau(m)herrin mit Bienenphobie und Zahnpasta-Tube auf 2,70 m Höhe vertagen wir auf morgen. Schließlich müssen wir uns bei Landratsamt erkundigen, ob es Termine für das Stopfen potenzieller Bienennester gibt.

Frau Statik beendet ihre Untersuchung mit der berühmten Dachabschleppung. Wir stehen vor dem Haus, sie korrigiert Architekten-Plan und vermutet, dass die Deckenbalken alle längs gespannt sind. Im Raum der Abschleppung ist der Boden nicht freigelegt. Vermutung ... Bevor wir etwas falsches erinnern, werden wir Meisterarchitekt noch einmal darauf aufmerksam machen, die Vermutung zu überprüfen.

Während dieser Besprechung sind wir auf einmal zu viert. Eine Passantin hat sich neben uns gestellt und studiert aufmerksam die Dachabschleppung. Nicht-statischer Statik-Ehemann bewundert die schöne Lage. "Ja, manchmal ist sie etwas unprivat. Ich meine zu öffentlich." Die Passantin schaut kurz verständnislos, widmet sich dann wieder der Abschleppung.

Mittwoch, 4. April 2007

Offline

Jetzt geht es endgültig über die Alpen.

Wir wünschen allen Frohe Ostern!