Mittwoch, 29. August 2007

Alle Gespräche führen nach Vals

Der Barkeeper unseres Hotels ist architektur-interessiert und schickt mich in ein neues Restaurant im Ort. Die hätten den Granit sehr modern und schick verarbeitet. Und yep, das gefällt uns.

Unsere Nachforschungen in Sachen Stein haben inzwischen eine Quelle aufgemacht, an der wir den Tessiner "Granit" erstehen können. Wir haben sogar Muster erhalten. Dabei wurde deutlich, dass Transportkosten und -zeiten eine Rolle spielen. Eine weitere Frage ergibt sich: kann der Steinbruch das gewünschte Format zuschneiden, ohne uns die (finanzielle) Zukunft zu rauben?

Auf der Rückfahrt vom Tessin machen wir Mittagspause in Splügen und studieren eine Umgebungskarte. Ach, schau an. Die berühmten Therme von Vals liegen Luftlinie ganz nah, leider sind die dazwischen liegenden Berggipfel auf die Schnelle nicht überwindbar. Auf regulären Straßen müssten wir zwei Stunden investieren, das ist zu weit.

Wann immer wir von unserer Vorliebe für Naturstein sprechen, werden wir von Sachkundigen auf Vals und Peter Zumthor angesprochen. Ein Bekannter, der zu den 10 Prozent der Badegäste gehört, die nicht Architektur studieren, weist gestern darauf hin, dass Vals auf der Nordseite der Alpen liegt (Transport) und soviel in diesem Riegelformat vorweist, dass es für den liefernden Steinbruch inzwischen Routine sein müsse. Google sei dank finden wir das Familienunternehmen mit dem gewünschten Mauerwerk. Oh je, Norman Forster ist teuer... Aber es gibt auch Ferienhäuser. Ob die auch so teuer sind?

Die Natursteinexpertin unseres Vertrauens beurteilt den Stein und seine Qualitäten als überragend. Wenn ich es recht verstanden habe, wird er in Schichten abgebaut (oder ist er in Schichten aufgebaut?), auf jeden Fall ist dieser Stein eher problematisch für Großformate. Wir werden sehen...

Und noch ein Tessiner Haus

Der Architekturführer lockt mich in ein Dorf am Berg. Sophies Navigation flötet, ich solle direkt in den Ort fahren. Verbotsschilder finde ich keine, aber die Häuser stehen so eng, dass es mir nicht so recht erlaubt erscheint. Hinter mir hupt ein Tessiner und schwupps sind wir drin. Ob wir da jemals wieder rauskommen? Das gesuchte Flachdach auf Säulen finden wir nicht, eine kleine Hangstraße erspart uns das Wendemanöver und zweimal passieren wir ein Haus, das sich einprägt. So sehr, dass wir zwei Tage später noch einmal mit Fotokamera und Kind zurückkommen. Während Kind das Auto hütet, mache ich schnell die Bilder. Das Schild vor dem Haus können wir später identifizieren...

Kann man etwas modernes in diesen historischen Ortskern bauen?

Man kann:





















Inzwischen haben wir das Schild gelesen und dank Internet erfahren, dass wir ein vom Künstler selbst entworfenes Atelier fotografiert haben. Ich hoffe, er nimmt uns das nicht übel.

Montag, 27. August 2007

Eine Woche im Tessin...

... mehr war nicht drin. Die ersten drei Tage regnete es aus allen Poren - der See stieg um einen Meter und wir mussten uns anstrengen, nicht an das Hochwasser von 2000 zu denken. Damals war unsere Abfahrt rechtzeitig genug, um unser Auto vor den Fluten zu retten -> zwei Stunden später war der Parkplatz geflutet. Und rechtzeitig genug, um den San Bernadino noch zu passieren -> am selben Tag wurde er nach einem Erdrutsch gesperrt.

Und doch waren die Regentage Erholung pur. Ob es am Licht oder dem auch im August funktionierenden Kaminfeuer liegt, dieser Ort tut gut. Der Rest der Woche steigerte sich von angenehmen Frühjahrstemperaturen bis zum Hochsommer. Ein typisches Tessiner Element haben wir bei unseren wetterunabhängigen Aktivitäten als endgültig wertvoll eingestuft: überdachte Freiflächen. Man mag sie Pergolen, Galerien oder Loggien nennen, die Überdachung schützt sowohl vor Wasser als auch vor einem Übermaß an Sonne.

Ein vor Ort erstandener Architekturführer erwies sich als nicht im ursprünglichen Sinne, aber doch sehr effizient. Sophies Navigationssystem führte uns trotz der etwas unorthodoxen Tessiner Straßenorganisation zuverlässig in die betroffene Region. Doch mal war der Blick auf das zu bewundernde Bauwerk durch eine riesige Plane verdeckt (Renovierung) oder neu hinzugekommene Wohnheime standen im Weg, deren Bewohner misstrauisch die Verrenkungen des Bau(m)herrinnen-Halses beobachteten. Da uns die Reise bevorzugt durch Anwohnerstraßen führte, entdeckten wir andere interessante Gebäude, die (noch) nicht im Architekturführer enthalten sind. Vorteil: unsere Wahrnehmung wurde nicht durch architekturdeutsch verwirrt.

Nachdem die Bau(m)herrin eines frühen Morgens im Bademantel nur durch Freikauf des Hotelpersonals vor einer Verhaftung gerettet werden konnte, wurde sie von Gemeinderatsvorsitzendem und Polizeichef zwei Tage später beinahe zur Ehrenbürgerin ernannt. Dann hielt auch noch das Schweizer Fernsehen uns für filmenswert. Der Kanal zeigt so gute Spielfilme, dass er schon vor Jahren aus unserem Netz gestrichen wurde - so müssen wir uns nicht ansehen.

Zurück zu unserem Leib- und Magenthema: Architektur. Gestern war Besprechung im Architektenbüro, diverse Elemente wurden um 90 Grad gedreht, Fenster eingebaut, Räume umgenutzt, Toiletten von Duschen getrennt und Wände so gestaltet, dass Kaminfeuer und Mozart in entlegenere Ecken dringen können. Wieder zu Hause verkündet Bau(m)herrin die frohe Botschaft: Ende nächster Woche wird das Baugesuch eingereicht. Bau(m)herrinenkind ist fassungslos: "Und dann?"
"Dann geht's los."
"Ihr könnt doch noch gar nicht anfangen!"
"Warum nicht?"
"Ihr wisst doch nicht, was Ihr überhaupt bauen wollt."

Ähem, das kommt davon, wenn man mit genervter Schnute gen Decke blickt, sobald ein Plan am Horizont erscheint...

Das scheint jetzt auch das Kind erkannt zu haben, Mutter zückt einen Plan und erläutert. Kind kann die Grube immer noch nicht leiden, hat den Platz an Mutter abgetreten. Jetzt dämmert ihm: das wird schön. Und schon haben wir wieder die Debatte, wer welches Anrecht auf welches Kaminfeuer hat. Das wird schon werden - wir haben ausreichend Platz, uns noch Jahrzehnte darum zu streiten.

Was der zielstrebigen Bau(m)herrin mehr auf der Seele lastet, ist das Fazit ihrer Architekturreise. Auf dem Rückweg haben wir das hartknäckige Navi gen Osten geleitet, sind durch das Bregenzerland gefahren und haben in einer kleinen Dorfstraße ein Schild passiert, das uns in Bayern willkommen hieß. Keine Zollposten, kein Schlagbaum, eine nahezu inexistente Grenze. Und doch ist für den Architekturinteressierten die Grenze unübersehbar. In Form von Erkerchen und Balkönchen, die nicht vernünftig nutzbar sind, aber Quadratmeter schinden. Bebauungspläne.

Unser Architekt ist bekanntlich kreativ, was die Interpretation dieser Vorschriften betrifft. Umso amüsanter, dass wir im dachformen-vorschriftsfreien Ascona zwei Häuser vorfinden, deren Not, aus der sie geboren wurden, uns nicht ersichtlich ist.







Unser Bebauungsplan sieht eine Dachneigung von max XY° vor, ein Minimum steht nicht darin. Also eigentlich... Aber man weiß nie, deshalb sind wir Ascona dankbar - man kann auch freiwillig so bauen.

Was wir im folgenden zeigen, kann man persönlich schön oder interessant oder grauenhaft finden. Uns geht es um einen zentralen Punkt: Vielfalt. Und eine Frage: muss alles, was vom Standard abweicht, gleichzeitig entsetzlich teuer sein?

Hier ein Haus in durchgefärbtem Beton:


Man kann die Bilder durch Anklicken vergrößern, dann sieht man die klassischen Betonmerkmale.


Ein weiterer Neubau mit einer Kombination aus Naturstein und Metalldach. Leider hier ein Merkmal, das Bau(m)herrin nicht behagt: die Fenster bestehen aus mehr Rahmen als Glas.



Dunkles Metall (ich werde mich nicht darauf festlegen, um welches genau es sich handelt) ist überhaupt gerade 'in'. Leider schwer zu fotografieren, im folgenden Bild handelt es sich um Lamellen, auch wenn die digitale Welt sie gerne als Kreise interpretiert.


Mit diesem Eingangsbereich ist sogar Bau(m)herrschaften-Nachwuchs einverstanden:



Und so sehen die Lamellen aus der Nähe aus:



Unser Lieblingshaus zeigen wir später in einem gesonderten Posting.

Sonntag, 29. Juli 2007

Grube und "kein Dach"

Der Architekt nennt es Skulpturenhof, Bau(m)herrin einen Lichthof, Bau(m)nachwuchs beendet den Begriffswirrwarr auf seine Art: "Die bauen jetzt eine Grube." So lautet die Anklage gegenüber jedem, der wissen will, wie es um den Neubau steht.

Noch ist die Planung im "Streitprozess", doch die Grube ist ebenso gesichert wie die Entscheidung, dass es kein Dach geben wird. Doch fangen wir von vorne an. Da gab es zunächst die Idee, die beiden Gebäude durch einen Riegel zu verbinden.



Pluspunkte neben der (ganz subjektiv empfundenen) Optik:
  • überdachte Eingänge für beide Häuser
  • Durchgang zwischen den Häusern in den Garten
  • ein herrliches Zimmer mit West-Loggia im OG
Der Grundriss war eine Herausforderung, denn die Häuser liegen versetzt. Wie gestaltet man ein vernünftiges Verhältnis OG/UG ohne die Gesamtquadratmeterzahl explodieren zu lassen und Gartenfläche nach Süden zu opfern? Sie (Architekt und Mitarbeiter) hätten die Quadratur der Riegelei sicher zustande gebracht, doch sprach ein weiteres Argument gegen diese Version: das Ensemble wäre nie wieder trennbar gewesen. Naja, in Wahrheit drohte der Streit um das West-OG-Zimmer die Bau(m)herrenfamilie dauerhaft zu spalten.

Also wandten wir uns dem Alternativ-Entwurf zu. Hier wieder die Nordseite von der Straße aus:


Die Turnhalle hat kein Dach mehr, der Neubau wird tiefer gesetzt. Zur Veranschaulichung die aktuelle Situation in Pink:


Mit Höhenverhältnissen ist Bau(m)herrschaft nicht sehr begabt, deshalb haben wir die Sache mit dem niedrigeren Erdgeschoss vor Ort abgeschritten und virtuell abgegraben. Und in der Tat: vom Container aus geht es bergauf zur Haustüre. Das in pink eingerahmte Häuflein benötigen wir nicht, denn...



... mit dem tiefer gesetzten EG kommen wir auf der Südseite eben in den Garten:



Das sieht dann ungefähr so aus:


Der Kenner hat schon längst entdeckt, dass der Turnhalle nicht nur das Dach genommen wurde, sondern sie irgendwie höher wurde. Yep, das ist ein Resultat der Vorgehensweise des Architekten. Er besteht auf Modelle. Das schon zu früheren Zeiten vom Geometer erstellte 3-D-Computermodell wurde mittels Stäbchen und Pappscheibchen in ein völlig pixelloses Geländemodell umgebaut. Momentan befindet es sich wieder im Architekturbüro, um die neuesten Ergebnisse umzubasteln, deshalb können wir es nicht vorzeigen.

Als der Neubau neben der Turnhalle Formen annahm, wurde rasch klar, dass die Dächer weg müssen, und die Turnhalle eine Brüstung erhält. Dann kam eine Woche später die Grube. Unbefriedigend für alle Beteiligten war immer wieder das Thema "Fuge", also der Übergang zwischen den beiden Gebäuden. Bis jetzt handelt es sich dabei um ein Treppenhaus, siehe Pfeil:




Wir benötigen für unsere heutige Nutzung eine Verbindung der beiden UG's, oben ist der Eingang des Mieters zum EG der Turnhalle. Auf ersten Blick sieht es aus, als ob der neue Entwurf die Fuge beibehält und lediglich optisch aufbessert. Wenn man nicht weiß, dass es sich neuerdings um eine einzige (Glas-)Wand in der Nordseite handelt. Dahinter befindet sich die oben erwähnte Grube, im Bild gelb:


Wir befinden uns auf UG-Niveau, in hellblau der überdachte, verglaste Durchgang zwischen den Gebäuden. In grün die bodentiefen Fensterfronten der Räume A (Neubau) und B (Turnhalle), die auf den Hof schauen.

Da hatten wir sie, die Grube. Schnell war klar, dass wir neben der Absturzsicherung einen Sichtschutz wollten. So entstand die Nordwand, die bezüglich Größe und Material noch diskutiert wird. Soweit wir Material überhaupt diskutieren dürfen, denn Herr Architekt ist darauf noch nicht so richtig ansprechbar. Nur im Sinne eines brainstormings, die endgültige Diskussion darf geführt werden, wenn die grundsätzliche Planung steht. Heimlich googlen wir uns durch vorgehängte hinterlüftete Fassaden und hoffen, dass wir um den Putz herumkommen.

Dank der zwei hinzugewonnenen Räume A und B der Grundriss des Neubaus verkleinert werden. Drei Größenversionen wurden vergrundrisst. Dabei lernten wir, dass Verkehrswege viel Raum benötigen. Warum waren im kleineren Grundriss die Bäder größer? Weil eine Türe weniger ein deutlich größeres Bad ergibt. Um den Preis eines Durchgangszimmers. Durchgangszimmer sehen auf Grundrissen richtig harmlos aus...

.... ergo bauen wir in sketchup die Grundrisse nach und stellen Alltagssituationen nach. Bauen Schränke ein, messen den Gartentisch aus und stellen ihn unter diverse Dächer. Und revidieren unsere frühere Altbau-Besitzer-Ignoranz. Es ist viel einfacher, an etwas vorhandenem herumzupuzzeln, als etwas neu zu erschaffen. Finden wir inzwischen.

Freitag, 13. Juli 2007

Dadeldideldum

Angestoßen durch einen wunderschnieken iPod, den Nachwuchs kürzlich geschenkt bekam, haben wir neue eine neue Forschungsreihe zum Thema "Multimedia" eröffnet. Seit Sophie (unser Auto) vor zwei Jahren zu uns stieß und wir für die geplante Frankreichdurchquerung noch passende Musik brauchten, kennen wir die Möglichkeit, online Musik zu kaufen und daraus CD's zu komponieren.

Vor zwei Jahren lief das so: Im Windows Media Player hörten wir uns diverse Hits an und luden herunter, was gefiel. Dabei legten wir mindestens fünf neue User-ID's mit drei verschiedenen Passwörtern (wegen unterschiedlicher Passwortregeln) an und suchten auf der Festplatte, wo die Lieder eigentlich hingeladen worden waren.

Das alles geklärt, boten sich fünf verschiedene Programme an, die CD zu brennen. Sophie hat ein schickes Display, auf dem die Titel und Interpreten angezeigt werden können. Aber nicht jede Software macht das. Gebrannt ist eine CD heutzutage schnell, deshalb sah man einen langen Abend die Bau(m)herrin ca alle 15 Minuten mit einer Scheibe in der Hand zu Sophie rennen, fluchen, und wieder an den Rechner zurückrennen.

Dann Testphase 2: der Fernseher in Kombi mit dem DVD-Player. Der Stapel Scheiben häufte sich, denn als das Programm herausgefunden war, das von beiden gelesen wird (Nero Burning ROM), musste noch eruiert werden, wo dort genau man den Titel und den Interpreten eingibt, damit sie korrekt angezeigt werden.

Mitten in der Testphase ging es ab nach Frankreich, seit zwei Jahren lieben wir unsere selbstgebrannte, von beiden Diplays lesbare CD heiß und strahlenförmig. Wenn wir sie finden, denn gelegentlich stibietzt sie der Nachwuchs. Dessen Anlage kein Display hat. Wir wagen nicht, den Nachwuchs auf die 17 anderen CD's desselben Inhalts festzunageln, sonst fordert er eine Anlage mit Display.

Demnächst steht wieder eine Frankreich-Durchquerung an, wir dachten daran, eine (oder 18...) neue CD zusammen zu stellen. Von den vielen User-ID's war noch einer gespeichert, dort kann man Songs für 1,49 Euro kaufen. Also die Hitlisten durchstöbert, ein paar Songs heruntergeladen, dann kam der wunderschnieke iPod dazwischen. Für den gibt es iTunes. Und apple soll ja sooo komfortabel sein...

iTunes runtergeladen, installiert, dabei die 537. Version von QuickTime mit installiert. iTunes gestartet. Fehlermeldung. Irgendeine Audiokonfiguration sei falsch. Durch support-Seiten gewühlt, fünf verschiedene Systemeinstellungen geändert. iTunes achtmal deinstalliert und neu installiert. Damit hatten wir die häufigsten Ursachen beseitigt, bis endlich unsere Ursache auftauchte. Wir mussten die 544. Version von QuickTime deinstallieren, den Rechner neu starten und dann eine andere Stand-Alone-Version von QuickTime neu installieren, den Rechner neu starten und siehe da: es lief.

Jetzt, einen Tag nach Ankunft des iPods, konnten wir endlich Musik auf ihn laden. Nachwuchs war überglücklich und wollte die Lieblings-CD auch drauf haben. Während der Windows Media Player die CD anstandslos kopierte, bockte iTunes und bot uns die Musik zum Kaufen an. Zwar nur 0,99 Euro pro Song, aber wir hatten die Songs doch schon gekauft! Wieder einen Tag später hatten wir so viele Umwandlungen und Importe ausprobiert, dass die Lieblings-CD auch endlich auf dem iPod gelandet war. Hoffentlich bleibt das die nächsten Jahre die Lieblings-CD...

Dann iTunes (ganz routiniert) auf Nachwuchs-PC installiert. Eingekauft wird nur auf unserem PC, also müssen beide iTunes den iPod synchronisieren. Nachwuchs will aber nicht all die mütterlichen Lieblingssongs auf seinem iPod. Wir wissen noch nicht, wie wir das lösen werden...

Jetzt wollten wir unsere auf dem Rechner befindliche Musik in iTunes importieren. Da war iTunes mehr als zögerlich. Zwei weitere Tage auf Importieren und alles mögliche geklickt, die doppelten Einträge wieder gelöscht und auf der Festplatte nachgeforscht, wo sich welche Songs befinden. Dabei fiel auf, dass manche der Songs aus der Sophie-Ankunftsphase im ra.-Format dort liegen. Grmpf.

Da die iTunes-Songs billiger waren, kam die nächste Testphase: einkaufen bei iTunes. Klappt ganz gut, außer einem Song, den wir versehentlich doppelt gekauft haben. Da ist der Store dort gnadenloser als unser bisheriger. Wie bekommen wir diese Songs jetzt in unseren Windows Media Player? Ganz einfach: auf CD brennen, die CD einlegen und bei WMP von Medium kopieren. Dummerweise müssen wir alle Datei-Informationen neu eingeben...

Und jetzt das Ultimative Endziel: Nero Burning ROM. Ich habe vergessen, wo genau die Titel und der Interpret eingegeben werden müssen. Immerhin haben wir inzwischen eine CD, die uns die Titel angibt. Wird iTunes erkennen, was Nero an Dateieigenschaften auf die CD gebrannt hat? Ja, tut es. Aber es kopiert die Songs ungefragt in seine Bibliothek. Welcher Song war das Original? In der Befürchtung, etwas zu verlieren, löschen wir die kürzere Fassung. Falsch gedacht. Das war das heruntergeladene Original. Da Nero immer 2 Sekunden Pause dazubrennt, sind die Kopien länger.

Ich fasse zusammen: wir haben ein Autoradio, einen DVD-Player, einen iPod und zwei Rechner. Bis zu 7 Anwender mit individuellem Musikgeschmack und Berechtigungen. Eigentlich noch keine aufwändige Konstellation im Vergleich zu dem, was im zukünftigen Heim geplant ist...

... wie zum Kuckuck sollen wir das jemals anwenderfreundlich (und silberscheiben-/festplattensparend) hingekommen????

Immerhin haben wir auf unserer softwaretechnischen Reise ein paar nette neue Songs aufgestöbert. Dank der englischen Prinzen (Concert for Diana):

James Morrisson, Joss Stone (--> Tell Me What We're Gonna Do Now -> absoluter Favorit<-), P Diddy, Fergie, Natasha Bedingfield...

Vom Erdwärme-Konzert haben wir nichts mitbekommen, dafür hat uns der Nachwuchs beim iTunes-Stöbern auf Elvis gebracht. War eigentlich nie unser Fall. Aber heidenei, angesichts der Live-Auftritte heutiger Größen hatte der wirklich was drauf...

Nachtrag: gestern vormittag meldet der Rechner, er habe sich wegen eines Software-Updates neu gestartet. iTunes zeigte eine neue Fehlermeldung, wollte nicht mehr laufen. Wir haben die gesamte oben gelernte Routine durch exerziert, bis wir bei der apple-Seite versehentlich auf einer Seite landeten, die eine neue iTunes-Version anbot. Diese heruntergeladen läuft wieder alles. Außer den vier Songs, die wir gleich zu iTunes Anfang auf unserem Rechner gekauft hatten. Die anderen 25 Songs hat er erkannt.

Zu groß? Zu klein? Raumprogramm

Alles in allem erkannte Bau(m)herrin bei der Besichtigung, warum das Thema "Raumprogramm" vom Architekten ganz oben in der Streitliste geführt wird. Streitliste? Ja, wir streiten uns zusammen - alles ganz konstruktiv.

Aktuell läuft im Büro ein Mitarbeiter-Wettbewerb um den Entwurf. Zwei Grundentwürfe gibt es, doch die können erst ausreifen, wenn das Raumprogramm klar ist. Darauf besteht der Architekt.

Eigentlich kein Problem, wenn da nicht ein Wahrnehmungsproblem bestünde. Während sich Bau(m)herrenschaft und Mitarbeiter auf einen Neubau konzentrieren, weist Architekt immer wieder darauf hin, dass dieser nicht wie ein sonst übliches Einfamilienhaus geplant werden darf.

Denn da ist noch das Untergeschoss im neuen Altbau, also wir meinen den früheren Neubau, der demnächst zum Altbau wird. Alle Klarheiten beseitigt? Er (der neue Altbau) erhält der Übersicht halber ab jetzt den Arbeitstitel Turnhalle.

Die Turnhalle hat bekanntlich ein Untergeschoss im Rohbau-Status mit nicht unbeachtlichen Flächen. Doch irgendwie ist da noch eine Schere im Kopf. Architekt behält den Überblick und erinnert daran, das Objekt als Einheit zu sehen. So wird es auch baulich umgesetzt. Sprich: die unteren Räume im Altbau und der Übergang werden so wohnlich und einheitlich gestaltet, dass wir die bisher zwei Häuser als eines empfinden.



Dafür müssen wir gedanklich alles wegdenken, was der Einheitlichkeit im Weg steht. Das Dach der Turnhalle, die Glasbausteinfuge mit der grünen Türe... Der Neubau wird tiefer liegen, damit er eben zum Garten hinausgeht.

Jeder Quadratmeter, den wir dem Neubau zuschlagen, wird dem Garten weggenommen. Wenn man alles zusammen als ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung (Turnhallen-EG) betrachtet, wird es großzügig, wenn wir es bei den vorhandenen Quadratmeterzahlen belassen.

Konkret sieht Bau(m)herrin ihr Arbeitszimmer in das UG der Turnhalle weichen. Auch wird es kein Gästezimmer im Neubau geben.

Die Turnhalle wird als erstes ausgefeilt, damit wir dort möglichst schnell weitermachen können. Bau(m)herrin vermisst ihre Rennmäuseschaft schon schmerzlich. Diese waren in den letzten Wochen nicht nur im Mietdorf aktiv, sie parkten auch noch in der Bau(m)herrschaften-Straße und winkten immer fröhlich. Bau(m)herrin schniefte und begab sich zurück zu ihrer neuen Aktivität: Musikplanungexperimente. Dazu später mehr.

Fertigbeton

Letzten Samstag düsten Bau(m)herrin und Architekt in die nahgelegene Hauptstadt und besichtigten ein vor 2 Jahren gebautes Haus. Seine Besonderheit: es ist aus Betonfertigelementen gebaut. Betonwände haben immer eine "gute" und eine "schlechte" Seite. In diesem Haus wurden die "schlechten" Seiten zum Treppenhaus gerichtet und gestrichen.

Vorteil der Fertigbetonbauweise:
  • schnelle Bauzeit
  • keine Risse*
  • keine Elektriker, die Schlitze in neu gebaute Wände klopfen
  • wahlweise
    • keine Gipser
    • weniger Malerarbeiten
Aber man muss sehr gründlich planen, da alle (Kabel-)Rohre und Auslässe in einem Guß entstehen. Nichts mit kurz mal vor Ort umentscheiden, weil es doch päp aussieht.

Ach, und ein Betonhaus ist frei von... wie heißt das Wort nur wieder? Erdstrahlung oder Magnetfeldern?? Auf jeden Fall muss man keine Wünschelruten für die Bettaufstellung zucken lassen und das Handy hat mehr als schlechten Empfang. Ob das von Vor- oder Nachteil ist, bleibt jedem selbst überlassen. Wir sind unentschieden.


* update 13. September 2007: das war ein guter Verkäufer oder ein Riesen-Missverständnis.