Eigentlich sollten wir in diesem Moment auswählen, ob wir den San Bernadino oder den Gotthard stürmen. Hätte sich nicht gestern mittag eine heftige Mittelohrentzündung in die Planung eingeschoben. Onkel Ohrendoktor blieb gnadenlos: so wird nicht über die Alpen gefahren.
Also gut, kaufen wir eben die halbe Apotheke leer, treffen dabei die Neue im gescheiterten-Ehedrama-2006/4. Endlich jemand, der mit beiden Beinen auf den Füßen steht und sich wirklich um die Kids kümmert.
Zu Hause weiter dem Onkel Ohrendoktor-Rezept gefolgt und Kind vor Fernseher verfrachtet. Ja, das wurde ernsthaft verschrieben. Alle pädagogischen Bau(m)herrinnen-Bedenken wurden beiseite geschoben, Lesen sei zu anstrengend, das Kind soll fernsehen. Das darf der Onkel Ohrendoktor nur, weil er wirklich Bau(m)herrinnen-Onkel ist.
Da saßen wir - plötzlich arbeitslos und an das Haus gebunden. Die fortschreitende Bau(m)herren-Degenerierung offenbarte sich beim Versuch, unsere Fassade für das Hotel zu sanieren. Beim ersten Blick auf das Bein dachten wir an Wechseljahre und Hormonschwankungen. Längeres Nachdenken brachte uns auf des Rätsels Lösung: irgendwann im Bautrubel hatten wir ein halbes Bein rasiert. Der Wuchslänge nach zu urteilen muss das in der Tapetenphase gewesen sein. Nachdem wir mit unseren pinkfarbenen Farbklecksen vor ein paar Jahren nichtsahnend den Trend der Klecks-Jeans eingeführt haben, könnten wir ja dieses Mal ...
Nein, besser wir legen eine Baustopp-Phase ein, sonst drehen wir noch völlig ab. Da winkt im Mailkasten die Aufforderung der Delegierungs-Künstler. 20-jähriges Diplom - kann jemand die Kandidaten aufstöbern? Hmm, eigentlich haben wir keine Lust auf Karriere-News. Das sind inzwischen sicher alles knallharte Juppies, während wir irgendwo in den letzten 20 Jahren von der Strecke abgebogen sind und nicht mal mehr sicher sind, ob man Yuppie oder Juppi schreibt...
... etwas lustlos nehmen wir das Ehemaligen-Verzeichnis und beginnen bei A. Die ersten vier Telefonate landen bei Ehefrauen, die leicht misstrauisch klingen. Siehste - die Jungs sind alle um 20:30 Uhr noch beschäftigt. Wir bitten um Rückruf - bis heute hat keiner stattgefunden.
Bei E angekommen der erste Kandidat am Apparat. "Was, Du bist in X? Was um Himmels Willen machst Du denn da???"
Ja, das Städle passt nicht zu unserer Ausbildung, aber ich habe eine französische Bekannte, mit der ich mindestens einmal im Monat parliere.
Drei Sätze später erfahren wir, dass Kandidat 1 diese Woche noch mit weiterem Kandidat aus mittlerem Alphabet nach X kommt. Im Laufe des Gespräches gewinnen die verblassten 20 Jahre alten Erinnerungsbilder an Kontur. Sollte die Mittelohrentzündung uns noch weiter an X fesseln, gehen wir demnächst mit einer wichtigen Delegation Kaffee trinken. In X - *grins*.
Mit der gewonnenen Erinnerungs-Kontur verlassen wir das A bis Z-Verfahren und suchen uns ein paar Schmankerln raus. Der nächste ist erstmal problematisch - die Dame am Apparat erklärt leicht anpikiert, dass er schon lange nicht mehr unter dieser Nummer zu erreichen sei. Eigentlich noch nie. Danke, wir wollen nichts genaueres darüber erfahren. Scheiternde und gescheiterte Ehen sind definitiv nicht unser Spezialgebiet.
Dank der widerwillig übermittelten Handynummer wird er doch noch ein Volltreffer - unser Semester-Sonnenschein ist immer noch so sonnig wie damals. Wir begleiten ihn von Regensburg bis München, philosophieren völlig fachfremd über Kinder, den Sinn des Lebens und noch zu schreibende Bücher.
Etwas beleidigt sind wir, weil er bestens über uns informiert ist. Wer hat da geplappert? Ach, Herr NotorischeUnruhe. Das ist mal wieder typisch - warum übernimmt der nicht die Liste? Egal, die Fahrt nach München war so unterhaltsam wie schon lang nicht mehr. Heute morgen liegt ein Bild von den Kindern im Mailfach - sind die knuffig!
Zur Strafe gestern noch bei einer misstrauischen Ehefrau angerufen - immer noch nicht daheim. Es ist 22:00 Uhr, vielleicht wären wir auch so langsam misstrauisch...
Heute morgen weiter im Text. "Kann ich bitte Herrn X sprechen?"
"Der arbeitet nicht mehr hier, schon lange nicht mehr."
www.telefonbuch.de führt uns zu seiner Frau. Die kennt uns, hat keinen Grund misstrauisch zu sein, denn hier ist die Karriere auch abgebogen. Wir erhalten mehr Infos und Telefonnummern, das ist ja ein richtiger Ameisenhaufen. Der in Zürich registrierte Herr sitzt inzwischen in Südafrika, aber die schon vor langer Zeit von X nach Y gezogenen Herrschaften wissen, wie man ihn auftreibt.
Mit deren weiblicher Vertretung verbringen wir fast eine Stunde am Telefon - herrlich. Wie konnten wir das alles nur vergessen? Drei Kinder und nebenher baut sie ganze Dörfer - cool. Wir sind uns einig: Bauen erhält den gesunden Menschenverstand.
Ca 25 Telefonate und emails später haben wir fast keine Stimme mehr, aber eine wichtige Erkenntnis dazu gewonnen: in 4 Jahren gewonnene Vertrautheit läßt sich nach 20 Jahren leicht wieder herstellen. Ganz ohne Heißluftpistole.
Die Charaktere sind immer noch wie früher - inclusive Herr NotorischeUnruhe. Dieser ruft an, weil angeblich Bau(m)herrinnen-Nummer auf seiner "Anruf-in-Abwesenheit-Liste" gestanden sei. Kann nicht sein. Dann mailt er, wen er aktivieren wird. Das muss nicht an mich gehen, sondern an die Chefin det janzen. Dann mailt er, wen er vermutlich aktiviert hat. Wie spannend, das war der, der in vormail angekündigt wurde. In der Zwischenzeit haben wir drei weitere Fälle aktiviert - ganz ohne Ankündigung und Vermutung. Unser Semester-Sonnenschein meldet sich auch nur, wenn er definitive Resultate hat. Und die hat er.
Der Herr Störfaktor hat schon zu Prinzen-WG-Zeiten Bau(m)prinzessins Papierkorb kontrolliert und ihren frisch eroberten Liebhaber beim Frühstück einem unmöglichen Verhör unterzogen.
Du wirst nicht zurückgerufen. Und auch nicht mail-beantwortet. Spätestens seit Ostern vor zwei Jahren Dein gesamter Hausstand mitsamt Kindern und Tieren durch unseren Haushalt fegte und Du zwei Tage später wieder angefegt bist - alles ohne Ankündigung und Vermutlichkeit - wissen wir unsere Ruhe zu schätzen.
Einmal im Jahr darfst Du uns die endlos-Kapitel Deines und anderer Leute endlos-scheiternder-Ehedramen berichten. Für dieses Jahr ist das Soll erfüllt. Wir wollen auch nicht, dass Du unsere verflossenen Lieben in halb Europa aufstöberst und findest, wir sollten sie anrufen.
Grmpf - jetzt kommt schon wieder mail mit bekanntem Absender. Ein monatealter Bericht aus einem anderen Kontinent. Wir sollten auch auf unserer Bau(m)stelle mittels coaching one on one testen, wie wir mindestens X% externe Erträge erreichen und ob unser management team ausreichendendes Wachstumspotenzial in emotional intelligence und dingsbums skills hat. Das 'no profit' bekommen wir dafür locker hin. Die entscheidende Frage wird in dem langen Mailwechsel natürlich nicht beantwortet: Zusage oder Absage??
Wenn das so weiter geht, wirst Du gemeinsam mit dem anderen endlos-scheiternden-Ehedrama zusammen angeschirrt und darfst Wände klopfen. Unter Regie von Wunderwaffe. Ich geh jetzt 'ne Runde Teppich baddschen.
Dienstag, 3. April 2007
Erhalten - Zerstören - Erschaffen
Weiter in unserem Workshop "Natur bekehrt zum Hinduismus". Beginnen wir mit der Buchenhecke vor dem Haus. Dieser 30-Zentimeterer entwickelt sich hoffnungsgemäß:

Daneben wird geschwabbelt, Austriebe finden wir keine:
Dieses einsame Kerlchen hat Überlebenschancen:

Während der blaue Kumpel auf der Gartenseite wohl weichen müssen wird:
Douglasie schwabbelt nicht, das ist gesunder Harz:

Für alle baumliebenden Nachbarn noch einmal die Überbleibsel einer der vielen Fichten: geht es noch morscher?

Und jetzt endlich ein Bild vom verschwundenen grünen Monstrum:

Bisher wurden Metall und Plastikabdeckung entfernt, und zwar so:

Schließlich befinden wir uns im Mülltrennungsparadies. Die Überraschung der Woche: für das Metall gab es Geld! Ganze 55 Euro - Wunderwaffe stand regelrecht unter Schock.
Der Betonsockel wird demnächst auch weichen, und zwar in den kostenpflichtigen Container:

Wie man auf dem nächsten Bild sieht, wird das dem Häusle nicht groß weh tun, gibt es doch eineGazéWellpappe-Schicht unter dem Pflaster. Dem abgelösten Putz verdanken wir eine weitere wichtige Lektion: nicht alles, was saniert heißt, ist saniert. Als Bau(m)herrin in den Bestandsplänen las, dass der hier befindliche Kamin mit einem Edelstahlrohr saniert sei, war sie voller Entzücken.

So sieht eine Edelstahlsanierung dann von innen aus, das heißt wohl Versottung:
Wir befinden uns im Ostzimmer des DG. Links neben dem Kamin die schuldige Steckdose, die Bau(m)herrin auf Bakelit-Gedanken brachte:

Der Blick aus den Fenstern offenbart die (hoffentlich) gerettete Birke der Lieblings-Nachbarn.

Und hier die berühmte Dachabschleppung. Oben die Balkenstummel folgen dem Winkel des Hauptdaches, die unteren Balken haben einen flacheren Winkel. Sonst könnte man in der Küche nicht stehen. Da diese abgeschleppten Balken auf dem Drempel aufliegen, wird dieser stehen bleiben müssen. Meister Statik wünscht außerdem, dass die abgeschleppten Balken mit den Stummeln verschraubt werden.

Unter dem Drempel liegt die entfernte Zwischenwand Küche/Bad, deshalb wird dieser Balken bleiben müssen:

Hm, da hängt ein ganzes abgeschlepptes Dach drauf - wir werden den Arbeitsplatz vielleicht so arrangieren, dass Schreibtischstuhl sich nicht direkt unter dem Balken befindet...
Nochmal zurück ins DG. Das wird einmal ein Badezimmer:

Und hier das Westzimmer:

Die (hoffentlich) holzwurmfreien Dachbalken werden aufdach-isoliert und für Ost- und Westzimmer freigelegt:

Bau(m)herrschaften-Nachwuchs begibt sich in den Spitzboden und macht Aufnahmen, die Bau(m)herrin ernsthaft über einen Höhenangst-Therapieworkshop grübeln machen:

Zugegeben, der weiße Riese ist nicht so prickelnd. Aber ganz hinten am Horizont vermuten wir den klassischen Halbhöhenlagenblick ;-)
Die Westseite ist so verführerisch, dass wir einen Spitzbodenbalkon überlegen. Nein, keine Angst. Eine Galerie mit Bibliothekstreppe wird jedoch immer attraktiver:

Das Dach muss noch gereinigt werden, sonst war die Aktion mit den Regenrinnen für lau:

Im EG noch zwei Items für Shiva. Dieses Fenster hat wenig attraktiven Ausblick und wird für die Schaffung eines Bücherregals geopfert:

Die vom Lack befreite Fensterbank im Nähkästchen hat bereits einen Nachfolger im Entwurf - die neue Fensterbank wird in das darunter befindliche Bücherregal integriert. Dafür müssen Fensterbauer instruiert werden -> bitte merken!

Damit nicht der Eindruck entsteht, hier stünde neuerdings alles zur Zerstörungsdebatte, zum Abschluss das eindeutig und unverrüttelbar erhaltenswerte Gartenhäusle:
Hm, ob wir das Herzmotiv für neu zu schaffende Elemente übernehmen sollten?

Und wehe Dir, mein Freund Holzwurm!

Daneben wird geschwabbelt, Austriebe finden wir keine:
Dieses einsame Kerlchen hat Überlebenschancen:
Während der blaue Kumpel auf der Gartenseite wohl weichen müssen wird:
Douglasie schwabbelt nicht, das ist gesunder Harz:
Für alle baumliebenden Nachbarn noch einmal die Überbleibsel einer der vielen Fichten: geht es noch morscher?

Und jetzt endlich ein Bild vom verschwundenen grünen Monstrum:

Bisher wurden Metall und Plastikabdeckung entfernt, und zwar so:

Schließlich befinden wir uns im Mülltrennungsparadies. Die Überraschung der Woche: für das Metall gab es Geld! Ganze 55 Euro - Wunderwaffe stand regelrecht unter Schock.
Der Betonsockel wird demnächst auch weichen, und zwar in den kostenpflichtigen Container:

Wie man auf dem nächsten Bild sieht, wird das dem Häusle nicht groß weh tun, gibt es doch eine

So sieht eine Edelstahlsanierung dann von innen aus, das heißt wohl Versottung:
Wir befinden uns im Ostzimmer des DG. Links neben dem Kamin die schuldige Steckdose, die Bau(m)herrin auf Bakelit-Gedanken brachte:
Der Blick aus den Fenstern offenbart die (hoffentlich) gerettete Birke der Lieblings-Nachbarn.

Und hier die berühmte Dachabschleppung. Oben die Balkenstummel folgen dem Winkel des Hauptdaches, die unteren Balken haben einen flacheren Winkel. Sonst könnte man in der Küche nicht stehen. Da diese abgeschleppten Balken auf dem Drempel aufliegen, wird dieser stehen bleiben müssen. Meister Statik wünscht außerdem, dass die abgeschleppten Balken mit den Stummeln verschraubt werden.

Unter dem Drempel liegt die entfernte Zwischenwand Küche/Bad, deshalb wird dieser Balken bleiben müssen:

Hm, da hängt ein ganzes abgeschlepptes Dach drauf - wir werden den Arbeitsplatz vielleicht so arrangieren, dass Schreibtischstuhl sich nicht direkt unter dem Balken befindet...
Nochmal zurück ins DG. Das wird einmal ein Badezimmer:

Und hier das Westzimmer:

Die (hoffentlich) holzwurmfreien Dachbalken werden aufdach-isoliert und für Ost- und Westzimmer freigelegt:

Bau(m)herrschaften-Nachwuchs begibt sich in den Spitzboden und macht Aufnahmen, die Bau(m)herrin ernsthaft über einen Höhenangst-Therapieworkshop grübeln machen:

Zugegeben, der weiße Riese ist nicht so prickelnd. Aber ganz hinten am Horizont vermuten wir den klassischen Halbhöhenlagenblick ;-)
Die Westseite ist so verführerisch, dass wir einen Spitzbodenbalkon überlegen. Nein, keine Angst. Eine Galerie mit Bibliothekstreppe wird jedoch immer attraktiver:

Das Dach muss noch gereinigt werden, sonst war die Aktion mit den Regenrinnen für lau:

Im EG noch zwei Items für Shiva. Dieses Fenster hat wenig attraktiven Ausblick und wird für die Schaffung eines Bücherregals geopfert:

Die vom Lack befreite Fensterbank im Nähkästchen hat bereits einen Nachfolger im Entwurf - die neue Fensterbank wird in das darunter befindliche Bücherregal integriert. Dafür müssen Fensterbauer instruiert werden -> bitte merken!

Damit nicht der Eindruck entsteht, hier stünde neuerdings alles zur Zerstörungsdebatte, zum Abschluss das eindeutig und unverrüttelbar erhaltenswerte Gartenhäusle:
Hm, ob wir das Herzmotiv für neu zu schaffende Elemente übernehmen sollten?
Und wehe Dir, mein Freund Holzwurm!
Mein Freund der Holzwurm
Dank wieder erlangter Kamera hier der aktuelle Holzwurm-Lagebericht. Das kürzlich entdeckte Nest in den Bodendielen neben der Treppe:

In diesem Flurschrank war die rechte Türe an der Innenseite befallen:

Pink sind die Bodendielen, grün der Wandschrank:

Dazwischen die geliebte Treppe. Preisfrage: Kann man das Häusle vorübergehend in eine große Sauna verwandeln?
Damit nicht genug - auf dem Dachstock haben wir an einem warmen Sommertag (ja, der kurz vor dem Schneefall) wuselnde Mini-Ameisen entdeckt. Wir sind gespannt, welche Lösung Jan für seine Haustiere finden wird. Wenn giften, dann lieber bevor wir einziehen. Büdde Jan, lass Dir nicht zu lange Zeit.

In diesem Flurschrank war die rechte Türe an der Innenseite befallen:

Pink sind die Bodendielen, grün der Wandschrank:

Dazwischen die geliebte Treppe. Preisfrage: Kann man das Häusle vorübergehend in eine große Sauna verwandeln?
Damit nicht genug - auf dem Dachstock haben wir an einem warmen Sommertag (ja, der kurz vor dem Schneefall) wuselnde Mini-Ameisen entdeckt. Wir sind gespannt, welche Lösung Jan für seine Haustiere finden wird. Wenn giften, dann lieber bevor wir einziehen. Büdde Jan, lass Dir nicht zu lange Zeit.
Für Susi
Die Gemeinde der Altbau(m)herrschaften im www ist zwar klein aber oho. Während Neubau(m)herren sich in recht übersichtlicher Form erst dem Prinzip der Schöpfung, später dann der Erhaltung verschreiben, macht unsereines meist ungeahnt die hohe Schule des Hinduismus durch. Wir befinden uns im permanenten Spannungskreis von Zerstörung-Erhaltung-Erschaffung.
Daher wissen wir, warum man Shiva nicht allein die Rolle des Weltzerstörers zuschreiben darf. Er zerstört, um einen Neuanfang zu ermöglichen. Auch Vishnu, der Gott der Erhaltung, zerstört mit seinem Diskus.
Dass der Prozess gelegentlich schmerzhaft ist, haben uns nicht nur die Bäume im Schnellwaschgang gelehrt. Wer Susi's Welt ein wenig studiert, merkt schnell, wie sehr sie die Natur und Tiere liebt. Wenn wir angesichts dieser putzigen Nester im West-Drempel nicht mehr so lange zögern wie noch vor kurzem, dann weil wir Susi die Einsicht verdanken, dass alles seine Grenzen hat.
Daher wissen wir, warum man Shiva nicht allein die Rolle des Weltzerstörers zuschreiben darf. Er zerstört, um einen Neuanfang zu ermöglichen. Auch Vishnu, der Gott der Erhaltung, zerstört mit seinem Diskus.
Dass der Prozess gelegentlich schmerzhaft ist, haben uns nicht nur die Bäume im Schnellwaschgang gelehrt. Wer Susi's Welt ein wenig studiert, merkt schnell, wie sehr sie die Natur und Tiere liebt. Wenn wir angesichts dieser putzigen Nester im West-Drempel nicht mehr so lange zögern wie noch vor kurzem, dann weil wir Susi die Einsicht verdanken, dass alles seine Grenzen hat.
Huch
Vor ca einer Woche haben wir den Webcounter oben rechts installiert. Er solidarisierte sich mit unserer Heizung und tat stur überhaupt nicht das, wofür er vorgesehen war. Kein Besucher im ganzen März, und das konnte nicht sein wie wir dank on- und offline-Kommentaren sicher waren.
Seit gestern zählt er auf einmal. Wir hatten Besucher aus Frankreich, Spanien und der Schweiz. Heute nacht wurde es noch bunter: China, Japan, US gesellten sich dazu. Gegen Mitternacht suchte jemand bei google nach Birnbaum+Regensburg+abschied+2007 und landete bei uns. Regensburg? Das war sicher der Chinese und google hat die Sonderzeichen falsch übersetzt...
Dass man mit Krampfadern+Wärmepumpe bei uns landet ist zwar verständlich, doch wir müssen uns hier deutlich missverstanden fühlen. Wir haben keine Angst vor Krampfadern, schon gar nicht wegen Wärmepumpen!
Seit gestern zählt er auf einmal. Wir hatten Besucher aus Frankreich, Spanien und der Schweiz. Heute nacht wurde es noch bunter: China, Japan, US gesellten sich dazu. Gegen Mitternacht suchte jemand bei google nach Birnbaum+Regensburg+abschied+2007 und landete bei uns. Regensburg? Das war sicher der Chinese und google hat die Sonderzeichen falsch übersetzt...
Dass man mit Krampfadern+Wärmepumpe bei uns landet ist zwar verständlich, doch wir müssen uns hier deutlich missverstanden fühlen. Wir haben keine Angst vor Krampfadern, schon gar nicht wegen Wärmepumpen!
Montag, 2. April 2007
Déjà Vu - Bargten 19
Irgendwie war Jans blog in den hektischen Zeiten abhanden gekommen - jetzt ist er fest auf der Linkliste installiert. Wie sich die Bilder und Themen ähneln - von der Bakelit-Steckdose über die Sprudelquelle bis zu den Badarmaturen. Am meisten bin ich auf das Badezimmer gespannt :-)
Knock out
Die Heizung hat wieder abgepfiffen - das soll wohl ein Testlauf für Sanitärmeister werden. Bau(m)herrin kann nicht mal richtig böse auf die alte Kuh sein, denn sie ist auch nicht funktionsfähig, weil krank und vergrummelt.
Wörtlich übersetzt heißt der schwäbische Begriff 'Gosch' auf hochdeutsch Mund. Was man dabei nicht übersetzen kann, ist die eigenständige Persönlichkeit der schwäbischen Gosch. Wenn ein Schwabe "Hald dei Gosch" sagt, ist er sich bewusst, dass dieses Organ gelegentlich festgehalten werden muss.
Herta Däubler-Gmelin z.B. wurde Opfer ihrer Schwertgosch und verlor ihr Ministeramt. Ein Michelin-Stern heißt auf schwäbisch "schmeggt bessr als a Gosch voll Reißnegel"*.
Weniger bekannt, weil noch zu jung, ist das Phänomen der Baddscher-Gosch. Baddscher kommt vom französischen battre = schlagen und heißt Teppichklopfer. Den gab es früher in jedem soliden schwäbischen Haushalt. Durch allerlei elektrischen Schnickschnack und Fliesen vertrieben, hat sich der Baddscher so mancher inzwischen hochdeutsch säuselnden Gosch bemächtigt und treibt dort munter sein Unwesen.
Nachdem wir für kurze Zeit einer Baddscher-Gosch ausgeliefert waren, überlegen wir ernsthaft die Gründung eines Heimatvereins "Zur Rettung des Baddschers in der schwäbischen Besenkammer". Teppiche baddschen ist gesund, das Ergebnis sauber. Kurz: die suboptimale Allokation überschüssiger Energie in pausenlos süß flötenden Verbal-Baddschern wird produktiv an die Teppichstange gebunden.
So, nachdem wir das gelöst haben, bleibt noch google sketchup, mit dem wir uns gestern den lieben langen Tag herumgeschlagen haben. Jetzt haben wir die bodentiefen Fenster in anthrazit, aber der aufmerksame Leser wird bemerken, dass die Gaube fehlt.
Warum das so ist, kann man auf der Vorderseite sehen:

Versuche, die Dachabschleppung korrekt zu gestalten, haben mindestens eine Stunde gekostet. Und sind immer noch misslungen. Grmpf. Auch der Geländeverlauf ist noch optimierungswürdig. Und das alles, weil von Meisterarchitekten ein Raumbuch kam, wo Bau(m)herrschaften doch verzweifelt auf Animationen des Entwurfes angewiesen sind. Mangels dreidimensionalen Vorstellungsvermögens.
Aber wir haben auch gute Nachrichten. Einmal ein Gespräch über Baugenehmigungs-Verfahren mit unserem zurwichtigstenparteigehörenden-Gemeinderatsgurufreund. Die Verwaltung habe versprochen, jetzt schneller zu arbeiten. Und sollte unser noch zu bastelnder Antrag zur genehmigenden Genehmigungsfreiheit in der Ewigkeits-Warteschlange landen, wird der Gemeinderat ihn mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen. "Halt mich auf dem Laufenden!" Mach ich. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass Verwaltung gelegentlich mit "autsch" gleichgesetzt werden kann. Und zufällig haben wir in seinem Fall gut miteinander geschirrt.
Dann sind wir angesichts fast zwanzig Jahre alter Aluminium-Fensterläden in Richtung Meisterarchitekt eingeknickt. Damals, als wir einen knappen Tag Zeit hatten, uns für das Häusle zu entscheiden, verbrachten wir mindestens eine kostbare Viertelstunde mit der Diskussion über Fensterläden. Meisterarchitekt hielt die Restaurierung der vorhandenen Holzläden für Verschwendung - sowohl finanziell als auch zeitlich. Bau(m)herrin, damals noch voller naiver Energie, war wild entschlossen, die Dinger selber zu restaurieren. Inzwischen kämpft sie mit der fünften Einbautüre und ein weiterer Faktor kommt hinzu: für die bodentiefe Fenster gibt es keine passenden Läden.
Überhaupt - die Einbautüren. Inzwischen ist die Kamera glücklicherweise wieder da, hier die Löcher:

Eine ähnliche Ausbreitung haben wir inzwischen in den Flurdielen des DG entdeckt. Lohnt sich das noch?

Wer weiß, ob das Viechzeugs da drinne noch lebt und plant, sich weiter im Häusle auszubreiten...
Gibt es Aluminium-Einbauschranktüren?
Eines allerdings fiel angesichts der live-Aluminium-Fensterrahmen in's Auge: die ebenso alte, farblich gleich gestalteten Holzgauben sahen aus wie unsere Fensterläden. Alu-Gauben?
Das acht Jahre alte Neubau-Mietwohnheim war den geschlagenen letzten Sommer auf der Südseite eingerüstet. Die acht Jahre alte Blechdeckung der Gauben hatte sich in Pulver aufgelöst. Diesen Sommer droht uns auf der Westseite dasselbe Schicksal - auch dort eine Blechpulver-Abdeckung.
Erklärung des zuständigen Architekten (nicht unser Meister!): man habe damals eine neue Materialverbindung eingeführt, die sich nicht verträgt. Gewährleistung gäbe es dafür keine - Bauherren als Versuchskaninchen. Dann doch lieber Holz. Dem Holzwurm-Käfer machen wir persönlich den Garaus. In unserer aktuellen Stimmung dürfte das kein Problem sein.
*Schmeckt besser als ein Mund voller Reißnägel
Wörtlich übersetzt heißt der schwäbische Begriff 'Gosch' auf hochdeutsch Mund. Was man dabei nicht übersetzen kann, ist die eigenständige Persönlichkeit der schwäbischen Gosch. Wenn ein Schwabe "Hald dei Gosch" sagt, ist er sich bewusst, dass dieses Organ gelegentlich festgehalten werden muss.
Herta Däubler-Gmelin z.B. wurde Opfer ihrer Schwertgosch und verlor ihr Ministeramt. Ein Michelin-Stern heißt auf schwäbisch "schmeggt bessr als a Gosch voll Reißnegel"*.
Weniger bekannt, weil noch zu jung, ist das Phänomen der Baddscher-Gosch. Baddscher kommt vom französischen battre = schlagen und heißt Teppichklopfer. Den gab es früher in jedem soliden schwäbischen Haushalt. Durch allerlei elektrischen Schnickschnack und Fliesen vertrieben, hat sich der Baddscher so mancher inzwischen hochdeutsch säuselnden Gosch bemächtigt und treibt dort munter sein Unwesen.
Nachdem wir für kurze Zeit einer Baddscher-Gosch ausgeliefert waren, überlegen wir ernsthaft die Gründung eines Heimatvereins "Zur Rettung des Baddschers in der schwäbischen Besenkammer". Teppiche baddschen ist gesund, das Ergebnis sauber. Kurz: die suboptimale Allokation überschüssiger Energie in pausenlos süß flötenden Verbal-Baddschern wird produktiv an die Teppichstange gebunden.
So, nachdem wir das gelöst haben, bleibt noch google sketchup, mit dem wir uns gestern den lieben langen Tag herumgeschlagen haben. Jetzt haben wir die bodentiefen Fenster in anthrazit, aber der aufmerksame Leser wird bemerken, dass die Gaube fehlt.
Warum das so ist, kann man auf der Vorderseite sehen:
Versuche, die Dachabschleppung korrekt zu gestalten, haben mindestens eine Stunde gekostet. Und sind immer noch misslungen. Grmpf. Auch der Geländeverlauf ist noch optimierungswürdig. Und das alles, weil von Meisterarchitekten ein Raumbuch kam, wo Bau(m)herrschaften doch verzweifelt auf Animationen des Entwurfes angewiesen sind. Mangels dreidimensionalen Vorstellungsvermögens.
Aber wir haben auch gute Nachrichten. Einmal ein Gespräch über Baugenehmigungs-Verfahren mit unserem zurwichtigstenparteigehörenden-Gemeinderatsgurufreund. Die Verwaltung habe versprochen, jetzt schneller zu arbeiten. Und sollte unser noch zu bastelnder Antrag zur genehmigenden Genehmigungsfreiheit in der Ewigkeits-Warteschlange landen, wird der Gemeinderat ihn mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen. "Halt mich auf dem Laufenden!" Mach ich. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass Verwaltung gelegentlich mit "autsch" gleichgesetzt werden kann. Und zufällig haben wir in seinem Fall gut miteinander geschirrt.
Dann sind wir angesichts fast zwanzig Jahre alter Aluminium-Fensterläden in Richtung Meisterarchitekt eingeknickt. Damals, als wir einen knappen Tag Zeit hatten, uns für das Häusle zu entscheiden, verbrachten wir mindestens eine kostbare Viertelstunde mit der Diskussion über Fensterläden. Meisterarchitekt hielt die Restaurierung der vorhandenen Holzläden für Verschwendung - sowohl finanziell als auch zeitlich. Bau(m)herrin, damals noch voller naiver Energie, war wild entschlossen, die Dinger selber zu restaurieren. Inzwischen kämpft sie mit der fünften Einbautüre und ein weiterer Faktor kommt hinzu: für die bodentiefe Fenster gibt es keine passenden Läden.
Überhaupt - die Einbautüren. Inzwischen ist die Kamera glücklicherweise wieder da, hier die Löcher:

Eine ähnliche Ausbreitung haben wir inzwischen in den Flurdielen des DG entdeckt. Lohnt sich das noch?

Wer weiß, ob das Viechzeugs da drinne noch lebt und plant, sich weiter im Häusle auszubreiten...
Gibt es Aluminium-Einbauschranktüren?
Eines allerdings fiel angesichts der live-Aluminium-Fensterrahmen in's Auge: die ebenso alte, farblich gleich gestalteten Holzgauben sahen aus wie unsere Fensterläden. Alu-Gauben?
Das acht Jahre alte Neubau-Mietwohnheim war den geschlagenen letzten Sommer auf der Südseite eingerüstet. Die acht Jahre alte Blechdeckung der Gauben hatte sich in Pulver aufgelöst. Diesen Sommer droht uns auf der Westseite dasselbe Schicksal - auch dort eine Blechpulver-Abdeckung.
Erklärung des zuständigen Architekten (nicht unser Meister!): man habe damals eine neue Materialverbindung eingeführt, die sich nicht verträgt. Gewährleistung gäbe es dafür keine - Bauherren als Versuchskaninchen. Dann doch lieber Holz. Dem Holzwurm-Käfer machen wir persönlich den Garaus. In unserer aktuellen Stimmung dürfte das kein Problem sein.
*Schmeckt besser als ein Mund voller Reißnägel
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